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Zahnersatz

Informationen des Kuratoriums perfekter Zahnersatz

 

Nr. 8 / 2013   -   Dezember 2013   -   Jahrgang 23

„Zahnersatz ist wichtig für Lebensqualität“

Kronen, Brücken und Prothesen: Zahlreiche Gäste bei KpZ-Infotag in der Leipziger Universität

Leipzig. „Bei der Krone wird ja richtig mit der Hand nachgearbeitet“, staunten die Besucher im Dentallabor der Universität Leipzig am Mittwoch. „Exaktes Arbeiten ist beim Zahnersatz sehr wichtig. Schon ein Unterschied um Haaresbreite kann Schmerzen auslösen“, erklärte Professor Hans-Christoph Lauer vom Kuratorium perfekter Zahnersatz (KpZ) den zahlreichen Gästen. Das KpZ hatte Patienten und Studierende zum Infotag am Mittwoch, 4. Dezember 2013, in die Leipziger Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik und Werkstoffkunde eingeladen.

Die Patienten konnten Zahnersatz aus nächster Nähe anschauen: In den sonst für die Öffentlichkeit nicht zugänglichen Dentallaboren der Uni und auch an den Informationsständen. Dort hielten Experten Modelle bereit, anhand derer die Unterschiede zwischen den Versorgungsformen deutlicher wurden. „Zahnersatz ist wichtiger Teil der Lebensqualität. Im direkten Vergleich ist besser zu verstehen, worin die Unterschiede eigentlich liegen“, erläuterte Professorin Ina Nitschke, Leiterin des Bereiches Seniorenzahnmedizin an der Uniklinik Leipzig. Sie gehört wie Professor Lauer dem wissenschaftlichen Beirat des KpZ an. Schlechtsitzender Zahnersatz verleidet vielen Menschen beispielsweise den Biss in einen knackigen Apfel oder in ein saftiges Steak. „Es gibt sogar Menschen, die Feiern und Geselligkeit meiden, weil ihnen das Kauen schwerfällt“, sagt Lauer, der sich seit Jahren als wissenschaftlicher Leiter des KpZ für die Information der Patienten einsetzt.

Studierende und Patienten füllten den Hörsaal

Die Leipziger wussten das vielfältige Angebot sichtlich zu schätzen: Der Hörsaal füllte sich mit Studierenden der Zahnmedizin, die gerne wissen wollten, wie Zahnersatz und Therapieformen gut verständlich erklärt werden können. Zu ihnen gesellten sich überwiegend ältere Menschen, die teilweise bereits im Vorfeld konkrete Fragen formuliert und an die Experten weitergeleitet hatten. Ist trotz Diabetes ein Implantat möglich? Hat Zahnersatz ein Verfalldatum? Wie werden Prothesen bestmöglich gepflegt und lange erhalten? Die Besucher erwiesen sich als sehr wissensdurstig. „Jede Frage zeigt mir, wie wichtig dieser Termin heute ist. Bitte fragen Sie uns ein Loch in den Bauch“, wurden sie von Lauer und Nitschke ermutigt. Gemeinsam mit den Zahntechnikermeister Thomas Lüttke und Uwe Bußmeier, achteten sie darauf, Fachbegriffe zu erklären und Zeit für Rückfragen zu lassen. Auch die Leipziger Professoren Holger A. Jakstat und Hans-Ludwig Graf hatten ihre Vorträge auf die Fragen der Patienten abgestimmt, sie sprachen über „Lebensqualität durch gesunde Zähne und funktionstüchtigen Zahnersatz“ und „Implantate – heute eine Standard-versorgung?“

Fazit der Besucher: „Aktionstag ist eine tolle Idee“

Dichtes Gedränge herrschte auch bei den Informationsständen vor dem Hörsaal. Vor allem die Zahnersatz-Modelle waren ständig im Einsatz. Der Vorstand der Zahntechniker-Innung Dresden-Leipzig informierte hier zusammen mit den Experten des KpZ. „Der Aktionstag ist eine tolle Idee. Einfach mal in Ruhe fragen zu können, ohne schon auf dem Zahnarztstuhl zu liegen, tut gut. Ich wollte mich heute über Implantate informieren und bin jetzt von meiner Entscheidung überzeugt“, freute sich einer der Besucher im Gespräch mit der Leiterin der Pressestelle in Marburg, Dr. Karin Uphoff.  

Unter anderem ging das Expertenteam beim Infotag auf folgende Fragen ein:

Frage: Ich trainiere für einen Marathon und bekomme bald zwei Implantate. Wie lange muss ich mit dem Training aussetzen, um den Einheilungsprozess nicht zu gefährden?

Antwort: Grundsätzlich ist Bewegung nach der Implantation kein Problem. Damit die Wundheilung nicht beein-trächtigt wird, ist häufig eine Schonzeit von einigen Tagen sinnvoll. Die Vorbereitung auf einen Marathon geht jedoch mit einer starken körperlichen Anstrengung einher. Deshalb empfehlen wir die direkte Abstimmung mit dem behan-delnden Zahnarzt.

Frage: Ich tauche gerne. Jetzt empfiehlt mir mein Zahnarzt eine Oberkieferprothese. Kann ich noch tauchen, wenn ich ständig auf das Mundstück beiße?

Antwort: In einem Notfall besteht die Gefahr, dass die Prothese verloren wird oder sogar in die Atemwege gerät. Deshalb sollten Gebisse während des Tauchgangs besser herausgenommen werden, wenn es sich nicht um Teilgebisse handelt, die mit Klammern oder anderen Halterungen an benachbarten Zähnen befestigt sind. Alternativ kann auch ein maßgefertigtes Mundstück eingesetzt werden, das mit einem Gaumendruck des Patienten kombiniert wird oder ein fest in eine Vollgesichtsmaske eingebauter Atemregler, der nicht mit dem Mund gehalten werden muss.

Frage: Welche Art der täglichen Reinigung ist für Totalprothesen am wirkungsvollsten?

Antwort: Hinsichtlich der für Totalprothesen erforderlichen Mundhygienemaßnahmen lassen Sie sich am besten von Ihrem behandelnden Zahnarzt oder seinen Mitarbeiterinnen unterweisen. An unserer Poliklinik empfehlen wir die tägliche Reinigung mit einer Prothesenzahnbürste und Flüssigseife (z.B. Spüli). Eine häufige Nutzung von Reini-gungstabletten führt zu einem Ausbleichen des Prothesenkunststoffes. Bei starken Ablagerungen von Zahnstein können die Prothesen im zahntechnischen Labor in einem Ultraschallbad gereinigt werden.

Frage: Kann eine Prothese auch mit dem Namen gekennzeichnet werden?

Antwort: Bei der Herstellung einer Prothese im zahntechnischen Labor ist es möglich, ein Namensschild in den Kunststoff einzulegen und mit einem glasklaren Kunststoff zu überziehen. Somit ist die Prothese dauerhaft gekenn-zeichnet.

Frage: Sind Implantate ab einem bestimmten Alter nicht mehr empfehlenswert?

Antwort: Wichtiger als die Zahl der Lebensjahre ist der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten. Im Alter kommen oft einige Vorerkrankungen zusammen. Welche sind das? Und ist der Kieferknochen hinsichtlich Qualität und Quantität geeignet? Sind die Voraussetzungen nicht ideal, besteht die Möglichkeit des Knochenaufbaus zum Beispiel mit Eigenknochen oder Knochenersatzmaterialien. Eine wichtige Frage ist auch: Lässt sich die Hygiene garantieren? Diese ist bei Implantaten besonders wichtig. Darüber sollten Patienten und Angehörige offen mit dem Zahnarzt sprechen.

 

 

Frage: Was lässt Zahnersatz so „echt“ wie natürliche Zähne aussehen?

Antwort: „Zahnfarbenes" Ersatzmaterial muss neben der Farbe des natürlichen Zahnes auch dessen Transluzenz, also die Lichtdurchlässigkeit, nachahmen. Vollkeramik ist ähnlich lichtdurchlässig wie der echte Zahnschmelz. Deshalb imitiert Zahnersatz aus Vollkeramik die Schönheit natürlicher Zähne täuschend echt.

Frage: Worauf sollte ich als Allergiker besonders achten?

Antwort: Grundsätzlich gilt: Von allen Dentalwerkstoffen werden Keramiken am besten vertragen. Allergien gegen Keramik sind nicht bekannt. Es kommt vor, dass ein Patient bis zu zwanzig verschiedene Materialien im Mund hat. Dadurch erhöht sich das Risiko einer allergischen Reaktion. Allergiker sollten ihre Zahnarztpraxis vor einer Therapie über kritische Materialien oder Medikamente in Kenntnis setzen. Da Zahnersatz Jahre und oft sogar Jahrzehnte im Mund verbleibt, sollten Informationen über den Zahnersatz gut aufbewahrt werden. Die verwendeten Materialien sind in der so genannten Konformitätserklärung aufgeführt.

Frage: Implantate bestehen oft aus Titan. Kann ich auf dieses Material allergisch reagieren? Sollte ich mich lieber gleich für Keramik entscheiden?

Antwort: Titan ist als Dentalmaterial sehr umfassend getestet worden. Es wird jährlich millionenfach als Implantat verwendet und gilt als gewebefreundlich und biokompatibel. Mir selbst sind keine Allergien gegen Titan bekannt. Ich selber präferiere Titan, weil dort sehr gute Langzeiterfahrungen vorliegen. Zu Implantaten aus Keramik lässt sich dort noch keine Aussage machen.

Frage: Was ist ein Sofortimplantat?

Die Sofortimplantation wird in einem unmittelbaren zeitlichen Zusammenhang mit der Zahnextraktion durchgeführt.

Frage: Ich habe mein Inlay bereits vor 20 Jahren erhalten. Muss ich das nun erneuern?

Antwort: Zahnersatz hat keine Verfallszeit, deswegen kann auch die Haltbarkeit nicht pauschal beurteilt werden. Es kommt auf den Zustand des Inlays an. So etwas ist von Patient zu Patient unterschiedlich. Generell kann man aber sagen: Wenn das Inlay und der Zahn noch in Ordnung sind, dann besteht auch nach 20 Jahren keine dringende Notwendigkeit, es erneuern zu lassen.

Frage: Welche Vorteile bietet Zahnersatz aus Deutschland?

Antwort: Deutscher Zahnersatz genießt weltweit höchste Anerkennung. Die Zahntechniker sind umfassend ausgebildet und arbeiten auf hohem Niveau. Sitzt der Zahntechniker vor Ort, beschleunigt das außerdem die Abstimmung mit dem behandelnden Zahnarzt. Für die Patienten besteht wiederum die Möglichkeit, im Labor individuelle Wünsche direkt abzustimmen.

 

Haben Sie noch Fragen? Dann wenden Sie sich bitte an:

Kuratorium perfekter Zahnersatz – Pressestelle Marburg

Sarah-Anna Aslan
Alfred-Wegener-Str. 6
35039 Marburg
Tel.: 0 64 21 / 40 795 40                                                                                                                   
Fax: 0 64 21 / 40 795 79

 

 

 

 

Zahnersatz aktuell

Informationen des Kuratoriums perfekter Zahnersatz

 

Nr. 06 / 2013   -   August 2013   -   Jahrgang 23

Tag der Zahngesundheit am 25. September:
Telefon-Sprechstunde des Kuratoriums perfekter Zahnersatz


„Ich habe zu meinem Zahnersatz einige Fragen. Können Sie mir weiterhelfen?“ Solche und ähnliche Sätze hören die Experten des Kuratoriums perfekter Zahnersatz (KpZ) oft von Patienten. Am Mittwoch, dem 25. September, nehmen sich die Fachleute daher wieder Zeit für eine Telefon-Sprechstunde. Interessierte können sich von 17 bis 19 Uhr direkt an die Zahntechniker und Zahnmediziner wenden.

Sollte es Gold sein oder doch besser Keramik? Was kann ich tun, wenn meine Prothese nicht mehr richtig passt? Wie beeinflussen Erkrankungen wie Diabetes oder Osteoporose die Therapie?  „Viele Patienten rufen mit sehr speziellen Fragen zu Behandlung und Versorgungen an. Deshalb ist unser Telefonteam mit erfahrenen Zahntechnikern und hochqualifizierten Zahnmedizinern besetzt“, sagt Professor Hans-Christoph Lauer, Leiter des wissenschaftlichen Beirats des KpZ. Der Prothetik-Fachmann begleitet die Aktion seit Jahren. Sein Tipp an die Anrufer: „Je besser die Vorbereitung, desto größer ist der Nutzen. Wir empfehlen daher, sich alle Punkte vorab sorgfältig zu notieren und wichtige zahnmedizinische Unterlagen, wie etwa Heil- und Kostenplan, griffbereit zu haben.“

Die zahnmedizinischen Fragen beantworten Professor Lauer und das Zahnärzte-Team unter der Telefonnummer 069/665586-44. Betreffen die Fragen im Schwerpunkt die Zahntechnik, stehen Zahntechnikermeister unter 069/665586-55 zur Verfügung (Anrufe zu den üblichen Festnetzkosten). Natürlich erhalten Patienten auch sonst Rat und Hilfe: Per E-Mail oder Online-Formular beantwortet der wissenschaftliche Beirat des KpZ jederzeit und kostenlos Patientenfragen.

Weitere Informationen rund um Zahnersatz und Zahngesundheit gibt es unter www.zahnnersatz-spezial.de und auf der Facebook-Seite des KpZ: www.facebook.com/perfekterZahnersatz

 

 

Mitschrift des Interviews von Antenne Frankfurt 95.1 mit dem Vorstandsvorsitzenden der KZV Hessen, Za. Stephan Allroggen am 17.07.2013

Hier ist das Business-Magazin mit Max Lehrer

Dass man bei der Hamburger Kette Tchibo nicht nur Kaffee bekommt ist bekannt, nun erweitert das Unternehmen seine Produktpalette um günstigen Zahnersatz. Ab dem 23.Juli  können Tchibo-Kunden in den Filialen eine so genannte ZahnersatzCard erwerben, die einen Rabatt von bis zu 50% auf Zahnersatz verspricht. Die Skepsis der hessischen Zahnärztevertretungen ist groß. Ich habe mit Stephan Allroggen, dem Vorstandsvorsitzenden der Kassen-zahnärztlichen Vereinigung Hessen, über die ZahnersatzCard von Tchibo gesprochen.

Was bereitet Ihnen am meisten Sorgen?

Vor allem die Behandlung ist Vertrauenssache. In der Regel, wenn Zahnersatz gebraucht wird, das ist nicht am Beginn einer zahnärztlichen Behandlung, sondern meistens am Ende eines umfassenden Therapiekonzeptes, da ist ein Vertrauensverhältnis aufgebaut. Wenn der Patient dann zu diesem Zeitpunkt mit der ZahnersatzCard kommt, kann es natürlich passieren, dass der Zahnarzt sagt: Nein, ich bin ja nicht verpflichtet dieses Angebot anzunehmen. Er ist ja letztendlich der Auftraggeber für die Zahntechnik und dann wird der Patient möglicherweise genötigt sein, seinen Zahnarzt zu wechseln weil er zuvor für 24 Euro eine ZahnersatzCard bei Tchibo erworben hat.

Und wie sieht es mit der Qualität aus? Gibt es hier überhaupt schon Langzeitstudien, auf die man sich berufen könnte?

Also über die Qualität dieser zahntechnischen Produkte können wir keine Aussage treffen. Wir haben da keine Vergleichsstudien, die etwa Importzahnersatz mit heimischem Zahnersatz vergleichen. Und wir haben schon überhaupt keine Studien, die belegen könnten, dass der Importzahnersatz eine andere qualitative Ausrichtung hat als heimischer Zahnersatz . Ich glaube, letztendlich ist die Frage des Gefüges der Entstehungskosten von Zahntechnik hierbei die entscheidende. Natürlich wird der Lohn für einen Zahntechniker in Manila oder in China oder wo auch immer auf dieser Welt, geringer sein, als in Deutschland. Und daraus werden offensichtlich die Preisvorteile generiert.

Welche Personengruppe sehen Sie denn als potentielle Käufer?

Also ich glaube, dass ja diese ZahnersatzCard ohnehin nur von Verbraucherinnen und Verbrauchern erworben wird, die eine Zahnersatzversorgung in Aussicht haben. Ich glaube, Patienten mit einem völlig intakten Gebisszustand oder die gerade eine frische Sanierung bekommen haben, die gehören ja sicherlich nicht zum Interessentenkreis für diese Karte. Diejenigen, die die Karte kaufen, wollen natürlich diese kleine Investition von 24 Euro und das Versprechen von 50% Rabatt dann auch realisieren und werden dann sicherlich bei Ihrer Hauszahnärztin, ihrem Hauszahnarzt auflaufen und sagen: Ich habe jetzt hier einen Rabattberechtigungsschein, so will ich es mal nennen. Aber dann kommt es wiederum darauf an, ob denn der Zahnarzt überhaupt mit diesem Dentalimporteur kooperieren möchte. Und in vielen Fällen wird er möglicherweise sagen: Das mache ich gar nicht, weil die Herstellung von zahntechnische Produkten ist eben auch auf Grundlage eines langjährigen Vertrauensverhältnisses entstanden und da sind die Kommunikationen zwischen Zahnarztpraxis und zahntechnischem Labor natürlich schon von besonderer Bedeutung.  

Kann man Zahnersatz überhaupt als handelsübliche Ware anbieten?

Zahntechnisches ist eben keine Handelsware. Man kann nicht bei Zahntechnik vergleichen, wie bei anderen Produkten, die man im täglichen Leben braucht und dann sagt: Das Produkt möchte ich gerne haben und jetzt gucke ich nur mal nach dem günstigen Preis. Es ist halt ein handwerkliches Produkt, was im Grunde genommen eine manuelle Fertigungstiefe von bis zu 100 % hat in vielen Bereichen und da ist schon eine langjährige Erfahrung zu notwendig, dass es dann auch optimal sitzt und passt. Und denken Sie noch an das Thema, wenn es mal Reklamationen geben sollte oder mal Nachbesserungen erforderlich sind. Auch da haben wir Bedenken, dass das aus Patientensicht so schnell und so reibungslos funktionieren kann, wie mit dem zahntechnischen Meisterlabor, was vielleicht im gleichen Ort ansässig ist.

Das war Stephan Allroggen, Vorstandsvorsitzender der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Hessen über die ZahnersatzCard der Hamburger Kette Tchibo, die ab dem 23. Juli 2013 in den Filialen erhältlich ist. Die Kassenzahnärztliche Vereinigung Hessen bezieht klar Stellung: Individualität und Vertrauen stehen beim Zahnersatz an erster Stelle und nicht der Preis.

 

 

Presseinformation


Nicht um jeden Preis: Bei Zahnersatz zählen Individualität und Vertrauen

Hessische Zahnärztevertretungen nehmen Stellung zum Angebot von Tchibo und Novadent


Frankfurt, 15. Juli 2013.

 

Zahnersatz ist ein ähnlich individuelles Produkt wie maßgefertigte Kleidung. Er muss sitzen und passen und dies auch noch nach Jahren täglicher Beanspruchung. Ob deshalb ein Billigangebot mit der „ZahnersatzCard“ der Kaffeeröster-Kette Tchibo auf lange Sicht wirklich die günstigere Alternative ist, stellen nicht nur Verbraucherzentralen, sondern auch die Landeszahnärztekammer Hessen (LZKH) und die Kassenzahnärztliche Vereinigung Hessen (KZVH) in Frage.

Dass man bei der Hamburger Kette Tchibo nicht nur Kaffee bekommt, ist bekannt. Nun erweitert sich die Produktpalette des Unternehmens um günstigen Zahnersatz. Ab 23. Juli können Tchibo-Kunden in den Filialen für die Dauer eines Monats eine sogenannte "ZahnersatzCard" zum Preis von 24 Euro erwerben. Mit dieser Karte sichern sie sich für zwei Jahre einen Rabatt von bis zu 50% auf die Produkte des Zahnersatz-Anbieters Novadent. Der Zahnersatz stammt aus dem Ausland. Die Kronen und Brücken werden in einem Labor in Manila gefertigt. Die Skepsis der hessischen Zahnärzte-Vertretungen richtet sich dabei nicht primär auf die Qualität des Zahnersatzes. Belastbare Langzeitstudien zur Haltbarkeit von Zahnersatz aus Asien liegen noch nicht vor. Vielmehr geht es um die Frage nach Vertrauen, individueller Beratung und Versorgung und nicht zuletzt um das Recht jedes Patienten auf freie Arztwahl.

„Viele Patientinnen und Patienten verbindet mit ihrem Zahnarzt ein über Jahre, manchmal über Generationen gewachsenes Vertrauensverhältnis. Ebenso ist es um die Zusammenarbeit des Zahnarztes mit dem Labor bestellt, das den Zahnersatz
fertigt und für dessen hohe Qualität der Zahnarzt bürgt. Niedrigpreis-Fertigungen aus dem Ausland, wie im aktuellen Fall, wird nicht jeder Zahnarzt anbieten und eingliedern, denn im Falle von Beschwerden ist letzten Endes der Behandler dem Patienten gegenüber in der Verantwortung. Auf diese Weise werden Patienten über die ZahnersatzCard genötigt, zu einem Zahnarzt zu gehen, der mit dem Anbieter kooperiert“, kommentiert Dr. Michael Frank, Präsident der Landeszahnärzte-kammer Hessen.

„Vertrauen und die individuelle Situation des Patienten stehen bei einem Arztbesuch im Vordergrund“, sagt Stephan Allroggen, Vorstandsvorsitzender der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Hessen. „Wenn ein Patient die Zahnarztpraxis seines Vertrauens betritt, dann weiß er: Hier kennt man mich und hier bin ich gut aufgehoben, auch wenn es Rückfragen, Reparaturbedarf oder Reklamationen gibt. Zu Recht erwartet der Patient von seinem Zahnarzt Verantwortungsbewusstsein.
Wie soll der Patient entscheiden können, welches Dentallabor das Richtige ist? Und vor allem: Wie kann ein Unternehmen, das seine Kernkompetenz im Kaffeerösten hat, die Qualität und Zuverlässigkeit von zahntechnischen Produkten beurteilen? Wir sollten die Entscheidung ´Welches Labor ?´ denjenigen überlassen, die damit tagtäglich zu tun haben und über fundierte Erfahrungswerte dazu verfügen: den Zahnärzten.“

Die Patientenberatung der Landeszahnärztekammer steht unter 069 427275 - 169 in allen Fragen rund um die Zahn- und Mundgesundheit als kompetenter Ansprech-partner zur Verfügung.

Interview

Allroggen_Interview.mp3

 

 

 

Zahnersatz aktuell

Informationen des Kuratoriums perfekter Zahnersatz

 

Nr. 05 / 2013   -   Juni 2013   -   Jahrgang 23

 

Wenn es im Mund brennt – auch Dentalmaterialien können Allergien auslösen 

Kuratorium perfekter Zahnersatz (KpZ): Risiko steigt mit der Anzahl verwendeter Materialien

Wunde Stellen, Ekzeme, Brennen im Mund: Oft handelt es sich dabei um eine Allergie. Schätzungen zufolge leidet jeder dritte Deutsche unter solchen Abwehrreaktionen des Körpers. Die Suche nach einer Ursache ist häufig schwierig: Über 20.000 unterschiedliche Auslöser sind bekannt. „Materialien, die bei Zahnersatz verwendet werden, können dazu gehören“, berichtet Professor Hans-Christoph Lauer, Leiter des wissenschaftlichen Beirats des Kuratoriums perfekter Zahnersatz (KpZ).

Die moderne Zahnmedizin und Zahntechnik bieten heute viele verschiedene Optionen – von Klebern, Zementen und  Abformmaterialien über Kunststoffe und Keramiken hin zu Amalgam, Gold, Titan und Legierungen (Mischungen verschiedener Metalle). „Es kommt vor, dass ein Patient bis zu zwanzig verschiedene Materialien im Mund hat. Dadurch erhöht sich das Risiko einer allergischen Reaktion“, sagt Professor Jürgen Geis-Gerstorfer, der wie Lauer dem wissenschaftlichen Beirat des KpZ angehört. Der Experte für dentale Materialien leitet die  Sektion Medizinische Werkstoffkunde und Technologie am Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der Eberhard-Karls-Universität in Tübingen.

„Meine Nickelallergie ist viel schlimmer geworden. Liegt das möglicherweise an den Metallsteckverbindungen meines neuen Zahnersatzes?“, wollte kürzlich ein Patient wissen. Nickel hat tatsächlich eine hohe allergene Potenz, sehr viele Menschen reagieren darauf. Lauer: „Der behandelnde Zahnarzt ist bei solchen Fragen wichtiger Ansprechpartner. Er kann Auskunft darüber geben, welche Werkstoffe in welchem Anteil für die Legierung eingesetzt wurden.“

Wichtig: Informationen über verwendete Materialien aufbewahren

Allergiker sollten ihre Zahnarztpraxis vor einer Therapie über kritische Materialien oder Medikamente in Kenntnis setzen. Da Zahnersatz Jahre und oft sogar Jahrzehnte im Mund verbleibt, raten die Experten des KpZ außerdem, Informationen über den Zahnersatz gut aufzuheben. Die verwendeten Materialien sind in der so genannten Konformitätserklärung aufgeführt. Zahnärzte sind verpflichtet, sie ihren Patienten bei einer Versorgung mit Zahnersatz am Ende der Behandlung auszuhändigen. „Der Zahnarzt kann dann bei nachfolgenden zahntechnischen Arbeiten nachvollziehen, welche Materialien bereits eingesetzt sind“, erklärt Geis-Gerstorfer. Er empfiehlt, das Thema Materialien vor einer Therapie offen mit dem Zahnarzt zu besprechen.
 

Tipps rund um Zahnersatz und Allergien

Brennen im Mund: Wenn es im Mund zu brennen scheint, sprechen Fachleute von Glossodynie oder vom Burning Mouth Syndrome (BMS). Fünf Prozent der Deutschen kennen das Problem, schätzen Ärzte. Hintergrund kann auch eine Allergie auf Dentalmaterialien, Nahrungsmittel, Zahnpasta oder Mundwasser sein.

Keramik ist sehr gut verträglich. Vollkeramik sieht dem natürlichen Zahnschmelz täuschend ähnlich und gilt als besonders bio-kompatibel. Allergien gegen das körperfreundliche Material sind keine bekannt. Keramik kann als Inlay, Onlay/Teilkrone, Vollkrone oder für Brücken verwendet werden sogar Implantate sind möglich.

Konformitätserklärung gibt Patienten Auskunft und Sicherheit. Konformitätserklärung – ein Zungenbrecher, der das Leben leichter macht: In diesem Dokument sind Details der verwendeten Dentalmaterialien aufgeführt. Besonders wichtig ist das beispielsweise dann, wenn später einmal weitere Versorgungen aus metallischen Werkstoffen anstehen: Legierungen (Mischungen verschiedener Metalle) können sich elektro-chemisch unterscheiden. Entsteht im Mund ein „Metallmix“, kommt es möglicherweise zu Unverträglichkeiten. Mit der Konformitätserklärung können Patienten, Zahnarzt und Dentallabor gemeinsam die optimale Versorgung planen.

Gut informiert über Zahnersatz: Interessantes und Wissenswertes rund um Zahnersatz bietet das Patientenportal des Kuratoriums perfekter Zahnersatz: www.zahnersatz-spezial.de. Aktuelle Meldungen finden Interessierte außerdem auf der Facebook-Seite des KpZ: www.facebook.com/perfekterZahnersatz

Telefonische Sprechstunde: Persönliche Fragen zu Zahnersatz und Mundgesundheit beantwortet das Kuratorium perfekter Zahnersatz (KpZ) wieder am Tag der Zahngesundheit, 25. September 2013 von 17 bis 19 Uhr. Für zahnmedizinische Fragen gilt die Telefonnummer 069/ 665586-44, für zahntechnische Fragen die 069/ 665586-55 (Anrufe zu den üblichen Festnetzkosten).

 

Das Kuratorium perfekter Zahnersatz (KpZ)

Die gemeinnützige Vereinigung „Kuratorium perfekter Zahnersatz e.V.“ wurde 1989 gegründet. Ihr Ziel ist es, die Öffentlichkeit neutral, umfassend und fachkompetent über die Bedeutung von Zahnersatz aufzuklären. Auf der Internetseite des KpZ finden Patienten ausführliche Informationen rund um Zahnersatz und Zahngesundheit: www.zahnersatz-spezial.de. Auch in Facebook gibt es aktuelle Infos: www.facebook.com/perfekterZahnersatz.

 

 

Den Pressedienst finden Sie auch unter www.zahnersatz-spezial.de in der Rubrik „Presse-Lounge“ unter „Pressemeldungen“.

 

 

Zahnersatz aktuell

Informationen des Kuratoriums perfekter Zahnersatz

Nr. 04 / 2013   -   Mai 2013   -   Jahrgang 23


Alles klar mit dem Zahnersatz? Experten des Kuratoriums perfekter Zahnersatz beantworten Patienten-Fragen – Telefon-Sprechstunde am 28. Mai

Bei Zahnersatz gibt es viele Fragen. Am Dienstag, den 28. Mai, stehen die Experten des Kuratoriums perfekter Zahnersatz (KpZ) in der ersten telefonischen Sprechstunde dieses Jahres dafür zur Verfügung – Interessierte können sich von 17 bis 19 Uhr direkt an die Zahntechniker und Zahnmediziner wenden.

Ist vollkeramischer Zahnersatz möglich, auch wenn ich nachts mit den Zähnen knirsche? Kann bei Diabetes ein Implantat eingesetzt werden? Altern Kronen, Brücken und Prothesen und müssen sie deshalb nach einer bestimmten Zeit ausgetauscht werden? „Bei Zahnersatz ist Patienten vieles unklar. Manche Fragen entstehen erst, nachdem sie mit ihrem behandelnden Zahnarzt gesprochen haben. In diesen und anderen Fällen ist das Gespräch mit unserem Team eine gute Unterstützung“, erklärt Professor Hans-Christoph Lauer, der Leiter des wissenschaftlichen Beirats des KpZ.

Oft tauchen auch sehr spezielle Fragen auf, die die Behandlung oder die Dental-materialien betreffen. Das KpZ besetzt das Info-Telefon deshalb sowohl mit Zahntechnikermeistern als auch mit Zahnmedizinern. Je besser die Vorbereitung des Anrufers, desto größer ist auch sein Nutzen: Am besten werden alle persönlichen Fragen vorher sorgfältig notiert und wichtige zahnmedizinische Unterlagen, wie etwa Heil- und Kostenplan, liegen griffbereit.

Die zahnmedizinischen Fragen beantworten Professor Lauer und das Zahnärzte-Team unter der Telefonnummer 069/ 665586-44. Wem es um Zahntechnik geht, der kann sich an die Zahntechnikermeister wenden unter 069/ 665586-55 (Anrufe zu den üblichen Festnetzkosten). Natürlich erhalten Patienten auch außerhalb der Hotline-Aktion Rat und Hilfe: Per Brief oder Online-Formular beantwortet der wissenschaftliche Beirat des KpZ jederzeit kostenlos Patienten-fragen.

Weitere Informationen rund um perfekten Zahnersatz und Zahngesundheit gibt es unter www.zahnnersatz-spezial.de.

Aktuelle Meldungen finden Interessierte außerdem auf der Facebook-Seite des KpZ: www.facebook.com/perfekterZahnersatz

Und schon einmal vormerken: Eine weitere telefonische Sprechstunde des KpZ findet statt am Tag der Zahngesundheit, also am Mittwoch, 25. September.

Den Pressedienst finden Sie auch unter www.zahnersatz-spezial.de in der Rubrik „Presse-Lounge“ unter „Pressemeldungen“.

 

Zahnersatz aktuell

Informationen des Kuratoriums perfekter Zahnersatz

 

Nr. 03 / 2013   -   April 2013   -   Jahrgang 23


Besser gleich zum Zahnarzt, wenn die Prothese Halt verliert

Kuratorium perfekter Zahnersatz: Schmerzen lassen sich vermeiden – Unterfütterung kann helfen

Prothesen verursachen oft große Schmerzen: Druckstellen machen Patienten das Leben schwer und unter dem Prothesenrand klemmen Essensreste fest. „Patienten denken dann oft, die Prothese sei kaputt.  Meist hat sich jedoch der Kieferknochen verändert und die Prothese hat die Passform verloren“, sagt Professor Hans-Christoph Lauer, Leiter des wissenschaftlichen Beirats des Kuratoriums perfekter Zahnersatz (KpZ).

Vollprothesen liegen lose auf der Schleimhaut auf, sie halten alleine durch die exakte Anpassung. „Mit der Zeit verändert sich der Kieferknochen, diese Atrophie ist oft ganz normal. Sie kann allerdings auch auf Krankheiten wie Osteoporose hinweisen – deswegen sollten Patienten nicht einfach zur Haftcreme greifen, sondern unbedingt mit ihrem Zahnarzt sprechen“, erklärt Lauer.

Im Prinzip ist es, als würde ein zu großer Schuh angezogen – er kann zwar befestigt werden, doch der Fuß hat keinen richtigen Halt und jeder Schritt wird zur Qual. Vergleichbar ist es bei der Prothese, auch sie verliert ihren perfekten Sitz. Und genau wie ein schlechtsitzender Schuh zu Blasen führt, entstehen auch im Mund Druckstellen und unangenehme Schmerzen durch die Reibung.  

Viele Patienten befürchten, dass nun eine neue Prothese erforderlich ist. „Das muss nicht sein. Sehr oft kann der vorhandene Zahnersatz mit speziellem Prothesenkunststoff an die neue Kiefersituation angepasst werden“, erläutert Lauer. Der Zahnarzt ist der richtige Ansprechpartner für die so genannte Unterfütterung. Gemeinsam mit dem zahntechnischen Labor sorgt er dafür, dass die exakte Passform wieder zurückgewonnen wird. Dabei wird lediglich die Prothesenbasis der Mundsituation neu angepasst.

Experten-Tipps des KpZ gegen Frust mit der Zahnprothese

Zu viel Speichel: Mit einem neuen Fremdkörper in Ihrem Mund haben Sie vielleicht das Gefühl, Ihre Speicheldrüsen arbeiteten übermäßig. Das ist völlig natürlich und normalisiert sich, sobald Sie sich daran gewöhnt haben, die Prothese zu tragen. Lutschen Sie ein Bonbon (am besten zuckerfrei), dann schlucken Sie öfter.

Druckstellen: Eine Spülung mit warmem Salzwasser lindert die Schmerzen. Sind Druckstellen ein dauerhaftes Problem, sprechen Sie mit Ihrem Zahnarzt. Versuchen Sie niemals, Ihre Zahnprothese selbst anzupassen.

Die Prothese fühlt sich zu groß an: Vor allem in der Anfangszeit entsteht oft das Gefühl, die Prothese sei zu groß oder die Lippen würden nach vorne geschoben. Das lässt nach, wenn Sie sich mehr an Ihren neuen Zahnersatz gewöhnt haben. Tragen Sie Ihre Prothese am besten so oft wie möglich.

 

Schmerzen beim Kauen: Die Prothesen der modernen Zahntechnik passen sich perfekt an den Kiefer an und sichern hohe Lebensqualität. „Wenn Sie Schmerzen beim Kauen empfinden, lassen Sie auf jeden Fall Ihren Zahnarzt nachschauen, ob eine Unterfütterung oder ein Anpassen der Prothesenzähne vorzunehmen ist“, empfiehlt Professor Hans-Christoph Lauer vom Kuratorium perfekter Zahnersatz.

 

Das Kuratorium perfekter Zahnersatz (KpZ)

Die gemeinnützige Vereinigung „Kuratorium perfekter Zahnersatz e.V.“ wurde 1989 gegründet. Ihr Ziel ist es, die Öffentlichkeit neutral, umfassend und fachkompetent über die Bedeutung von Zahnersatz aufzuklären. Auf der Internetseite des KpZ finden Patienten fundierte und ausführliche Informationen rund um Zahnersatz und Zahngesundheit: www.zahnersatz-spezial.de. Auch in Facebook gibt es aktuelle Infos: www.facebook.com/perfekterZahnersatz.

 

 

 

 

Zahnersatz aktuell

Informationen des Kuratoriums perfekter Zahnersatz

 

Nr. 1 / 2013   -   Februar 2013   -   Jahrgang 23

 

Weiches Weizenbrot statt knackiger Äpfel?

Kuratorium perfekter Zahnersatz: Schlechte Mundgesundheit beeinträchtigt die Ernährung

Ein knackiger Apfel, leckere Karotten, ein saftiges Steak – daran möchten viele Menschen nicht einmal denken: Kauen fällt ihnen schwer, für manche ist es sogar schmerzhaft. Die Zahn- und Mundgesundheit beeinflusst die Ernährung und damit die Gesundheit mehr, als es den meisten bewusst ist. „Am besten sollte möglichst bald der Zahnarzt aufgesucht werden“, rät dazu das Kuratorium perfekter Zahnersatz (KpZ).

Weiches Weizenbrot statt Vollkorn und eher Suppe als Fleisch: Wer mit Schmerzen kaut, lässt Bissfestes lieber auf dem Teller zurück. Ganze Lebensmittelgruppen werden dadurch vermieden, schnell kann ein Mangel an Mineralien und Nährstoffen entstehen. „Die Gründe dafür sind ganz verschieden. Oft ist eine Zahnbehandlung nötig oder das Zahnfleisch hat sich entzündet. Häufig liegt es jedoch auch an nicht funktionsgerechten Prothesen, Brücken oder Kronen“, erläutert Professor Hans-Christoph Lauer, Leiter des wissenschaftlichen Beirats des KpZ.

 

„Die Kiefersituation verändert sich im Laufe der Jahre. Eine Prothese, die ursprünglich perfekt passte, verliert beispielsweise durch Krankheiten oder starken Gewichtsverlust ihren Halt“, erklärt er. Auch das Altern des Prothesenmaterials kann zu  Funktionsverlusten führen. Daher ist es wichtig, den Zahnersatz regelmäßig kontrollieren zu lassen.

Die so genannte Atrophie spielt ebenfalls eine große Rolle: Geht ein Zahn verloren, bilden sich Zahnfleisch und die Substanz des Kieferknochens zurück. Ähnlich wie die Muskulatur schwindet, wenn man sich einen Arm bricht und dieser nicht entsprechend bewegt wird. Eine solche Schrumpfung wirkt sich negativ auf den Sitz der Zahnprothese aus.

Seelische Belastung

Nicht nur beim Essen ist das zu spüren. Oft ziehen sich Menschen zurück, möchten beispielsweise nicht in Gesellschaft essen und keine Restaurants mehr besuchen. „Die Zahngesundheit spielt in viele Bereiche mit hinein. Deshalb ist es wichtig, Beschwerden im Mund sofort nachzugehen. Je schneller der Grund gefunden und beseitigt ist, umso besser für die Lebens-qualität insgesamt. Das ist nicht nur, aber gerade auch im fortgeschrittenen Alter zu bedenken“, ist Professorin Ina Nitschke überzeugt. Sie ist wie Lauer ebenfalls Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des KpZ und Präsidentin der deutschen Gesellschaft für Alterszahnmedizin.

 

Tipps für mehr Lebensqualität durch gesunde Zähne

Gesunde Ernährung heißt sorgfältig Kauen: Damit verkleinern Sie nicht nur die Nahrung. In der Mundhöhle beginnt der Verdauungsvorgang, indem der Nahrung Speichel zugesetzt wird. „Dazu ist optimal passender Zahnersatz wichtig – deshalb ist er wichtig für die gesamte Gesundheit“, sagt Professorin Ina Nitschke vom Kuratorium perfekter Zahnersatz.

Wer tüchtig kaut, ist geistig fitter: In einer Studie des schwedischen Karolinska-Instituts in Solna und der Karlstad Universität zeigte sich, dass ältere Menschen, denen es schwer fiel, harte Nahrungsmittel zu kauen, wie etwa einen Apfel, auch ein deutlich höheres Risiko für kognitive Beeinträchtigungen hatten. Dies betraf beispielsweise das Gedächtnis, die Fähigkeit, sich zu entscheiden oder Probleme zu lösen. Ob die Studienteilnehmer mit ihren eigenen Zähnen oder mit Hilfe von Zahnersatz kauten, war für das Ergebnis unerheblich.

Ernähren Sie sich zahngesund: Milch und Milchprodukte versorgen den Körper mit Kalzium. Auch Gemüse, wie Brokkoli, Fenchel oder Grünkohl, stärkt den Zahnschmelz.

Teatime für gesunde Zähne: Das Wachstum von Kariesbakterien bremsen schwarzer und vor allem grüner Tee – natürlich nur, wenn Sie auf den Zucker verzichten. Greifen Sie stattdessen zu Stevia, diesem Süßstoff wird sogar nachgesagt, der Vermehrung des Bakteriums Streptococcus mutans entgegenzuwirken. Wissenschaftlich bewiesen ist das allerdings nicht.